Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Allgemeine Erziehungswissenschaft

Wintersemester 2021/22

Nachfolgend finden Sie eine Auflistung aller Lehrveranstaltungen der Abteilung - Anmeldungen erfolgen über AGNES.

 

 

 

Bachelor Erziehungswissenschaften


 

Einführung in die Erziehungswissenschaft

Die Vorlesung gibt einen einführenden Überblick über Theorien, Begriffe, Praktiken und Methoden der Erziehungswissenschaft. Ausgehend von Beispielen aus der pädagogischen Praxis (Videos) werden historische und zeitgenössische Modelle von Erziehung, Bildung, Lernen und Sozialisation vorgestellt, Institutionen der Bildung und Erziehung (Familie, Kita, Schule) historisch und theoretisch differenziert, Kennzeichen pädagogischer Professionalität dargestellt, Spannungsfelder pädagogischen Handelns (Macht, Anerkennung, Autorität) sowie aktuelle Forschungs- und Diskursfälle der Erziehungswissenschaft (Embodiment/Leiblichkeit, Geschlechterforschung, Inklusion) kritisch diskutiert sowie Grundlagen einer qualitativen Empirie in der Pädagogik vorgestellt.

Die Vorlesung findet digital über Zoom im synchronen Format an den unten angegebenen Terminen statt und besteht darüber hinaus auch aus asynchronen Elementen. Die genaue Vorgehensweise wird in der ersten Sitzung besprochen. Bitte melden Sie sich auf Moodle an. Das Passwort wird Ihnen nach Anmeldung auf AGNES rechtzeitig per E-Mail an Ihre HU-Adresse zugesendet.

 

BA Ewi 1 | Vorlesung

Prof. Dr. Malte Brinkmann

 

 

Einführung in die Grundbegriffe und Praktiken pädagogischen Denkens und Handelns: Erziehung, Bildung, Lernen, Sozialisation

Im Seminar werden im Anschluss an die Vorlesung im Modul BA EW 1 Perspektiven auf Grundbegriffe und Praktiken pädagogischen Denkens und Handels am Beispiel von Erziehung, Lernen, Bildung, und Sozialisation erarbeitet. Dabei wird nach ihrer theoretischen Positionierung, Konzeption und nach weiterführenden Perspektiven gefragt. Auf diese Weise wird der Stellenwert der Grundbegriffe innerhalb der erziehungswissenschaftlichen Disziplin, ihre Historie sowie damit einhergehende anthropologische Fragestellungen diskutiert. Auch das Verhältnis von pädagogischer Theorie und pädagogischer Praxis wird im Seminar reflektiert.

Das Seminar ist als ein Lektüre- und Diskussionsseminar angelegt: Gelesen werden Auszüge aus pädagogischen Klassikern und zeitgenössische Sekundärliteratur. Neben der regelmäßigen Teilnahme sowie Vor- und Nachbereitung der Sitzungen ist eine Hausarbeit als Seminarleistung anzufertigen.

Bitte geben Sie bei Ihrem Belegungswunsch Prioritäten an.

Bitte belegen Sie außerdem die zum Modul BA EW 1 gehörende Vorlesung (Einführung in die Erziehungswissenschaft) sowie die zugehörige Übung zum wissenschaftlichen Arbeiten und Schreiben.

 

BA Ewi 1 | Seminar

Johannes Türstig, Martin Weber-Spanknebel

 

 

Tutorium zur Vorlesung "Einführung in die Erziehungswissenschaft"

Die Tutorien sind die begleitende Übung zur Veranstaltung „Einführung in die Erziehungswissenschaft“.

Im Rahmen des Tutoriums werden wir gemeinsam Studieninhalte der Veranstaltung bearbeiten. Dies dient der vertieften Auseinandersetzung, bietet die Möglichkeit für aufkommende Fragen und unterstützt die Klausurvorbereitung.

Das Tutoriumsangebot kann im Überfachlichen Wahlpflichtbereich angerechnet werden.

 

BA Ewi 1 | Tutorium

Katrin Klees

 

 

Einführung in die pädagogische Empirie (Teil 1)

Das Seminar bietet eine Einführung in die Method(ologi)en qualitativer Forschung in den Erziehungswissenschaften. Ziel der Veranstaltung ist es, theoretisches, methodisches und empirisches Grundwissen erziehungswissenschaftlicher Forschung zu vermitteln und auf Möglichkeiten und Grenzen ausgewählter methodischer Zugänge aufmerksam zu machen. Nach einem allgemeinen Überblick über die Grundlagen der qualitativen Forschung erhalten die Studierenden einen vertiefenden, praxisnahen Einblick in die Methodologien und Forschungspraxen hermeneutischer, ethnographischer und phänomenologischer Verfahren. Sie lernen, wie sie sich ein pädagogisches Feld forschend erschließen können und welche Möglichkeiten (teilnehmende) Beobachtungen oder Befragungssettings bieten. Dieses Seminar ist Grundlage für die Veranstaltung „Einführung in die pädagogische Empirie (Teil 2)", die im Sommersemester im Modul BA EW 3 angeboten wird. Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft, Texte zu studieren und zu diskutieren, die eigenen Erfahrungen kritisch zu reflektieren und vertrauensvoll und respektvoll im Seminar miteinander umzugehen.

 

BA Ewi 2 |  Seminar

Dr. Irene Leser, Johannes Türstig

 

 

Master Erziehungswissenschaft


 

Verantwortung und Ethos pädagogischen Handelns

Auf der Grundlage der Leiblichkeit und Vulnerabilität pädagogischer Akteure werden in diesem Seminar zwei Bereiche pädagogischen Handelns und pädagogischer Ethik diskutiert. Gerade Leiblichkeit und Vulnerabilität pädagogischer Akteure erfordern eine besondere Verantwortlichkeit und ein spezifisches Ethos in und für pädagogisches Handeln. Diese beiden Bereiche, die in neueren erziehungswissenschaftlichen Diskursen und Forschungen in den Mittelpunkt gerückt sind, werden in diesem Seminar vorgestellt, diskutiert und reflektiert. Es werden unterschiedliche Theorien und Praktiken pädagogischer Verantwortung vorgestellt sowie an Praxisbeispielen Ambivalenzen einer möglicherweise guten pädagogischen Praxis und Haltung diskutiert. Gefragt wird also danach, worin gutes, wünschenswertes und richtiges pädagogisches Handeln besteht, wie sich dieses in einer pädagogischen Haltung (Ethos) ausdrückt sowie danach, für wen, wofür sowie in welchen Grenzen Verantwortung relevant wird: als Verantwortlichsein, Verantwortung übernehmen, in Verantwortung gestellt sein oder als Verantwortlichwerden.

 

MA 1 |  Seminar

Prof. Dr. Malte Brinkmann

 

Macht, Wissen und die Regierung der Subjekte

Michel Foucaults Schriften haben sich in der deutschsprachigen Erziehungswissenschaft als eine Referenz für theoretische, historische, sozial- und kulturwissenschaftliche Analysen etabliert. Seine Arbeiten zur Geschichte des Verhältnisses von Macht und Wissen und zu dem modernen Gouvernementalitätsregime, damit aber immer verknüpft zur Subjektivierung, zur Formation – man könnte auch schreiben: zur Bildung – von Subjekten stellen immer noch einen Angelpunkt für erziehungswissenschaftliche Diskussionen dar. Das Lektüreseminar wird sich mit relevanten Schriften Foucaults befassen und sie vor dem Hintergrund zentraler Kategorien der Disziplin diskutieren. Nicht nur bekannte Schriften wie „Überwachen und Strafen“, sondern auch eine Reihe von kleineren Schriften und Auszüge aus den publizierten Vorlesungen werden im Seminar diskutiert.

 

MA 1 |  Seminar

Prof. Dr. Sabine Reh

 

 

Ethos, Haltung und Habitus: erziehungswissenschaftliche Perspektiven

Im Ethos oder der Haltung verbinden sich Wissen und soziale sowie ethische Normen mit Können, Routinen und Erfahrungen zu einem impliziten, verleiblichten Gespür für das ‚gute‘ und ‚richtige‘ Handeln in praktischen Situationen. Für die Pädagogik wird das Thema Ethos damit aus zweifacher Perspektive relevant: Zum einen als Ethos von Pädagog*innen, das praktisch-pädagogisches Handeln leitet. Zum anderen als Ziel von pädagogischen Prozessen und als Haltung der Adressat*innen von Erziehung. So stellt sich hier die Frage, wie und ob ein bestimmtes (z.B. politisches) Ethos als Bildungsziel gesetzt und eingeübt werden kann.

In der Übung werden ausgehend von praktisch-empirischen Beispielen Problematisierungen des (pädagogischen) Ethos aufgeworfen. Im Anschluss daran werden wir uns mit verschiedenen Theorien rund um das Thema Ethos, Ethik und Takt auseinandersetzen und die praktischen Beispiele so immer wieder neu rahmen und befragen. Hier steht die Problematik im Mittelpunkt, das ‚gute und ‚richtige‘ Handeln zu bestimmen vor dem Hintergrund einer Pluralität der Normen, einer Heterogenität der Pädagog*innen und Adressat*innen sowie pädagogischer Macht- und Autoritätsverhältnisse. Zum Abschluss der Übung steht noch ein Exkurs zu Theorien des politischen Ethos und der Kritik an.

 

MA 1 |  Übung

Dr. Sales Severin Rödel

 

 

Einführung in die qualitative Empirie

Die Vorlesung gibt einen praxisbezogenen Überblick über einschlägige sozialwissenschaftliche und pädagogische qualitative Methoden. Es werden historische, wissenschaftstheoretische und methodologische Grundlagen sozialwissenschaftlicher und pädagogischer empirischer Forschung thematisiert sowie wichtige Forschungsmethoden anhand von Beispielen aus der pädagogischen Praxis vorgeführt. Praktische Fragen bei der Erstellung einer Forschungsarbeit im Praktikum stehen im Mittelpunkt (Themenfindung, Methodenwahl, Gegenstandsbezug, Auswertung). Praxen sozialwissenschaftlicher Forschung wie Beobachten, Beschreiben, Befragen, Interpretieren, Auswerten sowie Medien der qualitativen Forschung (Sprache, Schrift, Bild, Video) werden thematisiert. Die Vorlesung ist u.a. ergänzend zum oder vorbereitend auf das Praxissemester und das Lehrforschungsprojekt im Lehramt.

Die Vorlesung findet asynchron im digitalen Lernformat statt. Das heißt, dass Sie die VL nicht am unten angegebenen Termin besuchen müssen, sondern sie flexibel zu einem für Sie passenden Termin ansehen können. Bitte melden Sie sich auf Moodle an. Das Passwort wird Ihnen nach Anmeldung auf AGNES rechtzeitig per E-Mail an Ihre HU-Mailadresse zugesendet.

 

MA 3  / LA |  Vorlesung

Prof. Dr. Malte Brinkmann

 

 

Tutorium zur Vorlesung "Einführung in die qualitative Empirie"

Das Tutorium begleitet die Online-Vorlesung „Einführung in die qualitative Empirie". Mit dem Tutorium erhalten Sie den Raum für eine vertiefende Auseinandersetzung mit den Vorlesungsinhalten. Mögliche Fragen Ihrerseits können besprochen und eine gezielte Klausurvorbereitung unterstützt werden. Darüberhinausgehend kann mit dieser Veranstaltung der Blick auf mögliche Forschungsprojekte sensibilisiert werden. Das Tutorium ersetzt nicht die zugehörige Übung des Moduls. Die Teilnahme am Tutorium ist freiwillig.

 

MA 3 |  Tutorium

Nancy Weiss

 

Kinder in der Großstadt. Räume und Raumaneignungen von Kindern

In der Übung werden theoretische und praktische Kenntnisse zu qualitativen Forschungsansätzen am Beispiel kindlicher Raumaneignung vertieft. Untersucht werden soll, wie Kinder großstädtische Räume in Berlin erobern, wo sie sich aufhalten und wie sie vor Ort miteinander interagieren. Um der Frage nachzugehen, werden zunächst einschlägige Theorien gelesen und im Anschluss mittels Interviews und Beobachtungen dem Thema empirisch nachgegangen.

Seminarleistung: Neben der regelmäßigen Teilnahme sowie Vor- und Nachbereitung soll in der Übung ein eigenes kleines Forschungsprojekt umgesetzt werden und zum Ende in Form eines Vortrags präsentiert werden.

 

MA 3 | Seminar

Dr. Irene Leser

 

Philosophie und Empirie der Erziehung und Bildung

Das Kolloquium greift die Diskussionen und Ergebnisse der letzten Semester zu Schleiermachers Erziehungstheorie und Humboldts Bildungstheorie auf und verbindet sie mit aktuellen Fragen und Forschungen innerhalb der Erziehungsphilosophie aus allgemeinpädagogischer Perspektive. Das Seminar besteht aus zwei Teilen. Zum einen werden Humboldts kulturanthropologische Forschungen zu Bildung, Sprache, Kultur, Ethnien, Staat, Politik, Universität, Schule, Curriculum –aus der Perspektive der Bildungsphilosophie betrachtet und für diese fruchtbar gemacht. Mit Blick auf seine empirischen und anthropologischen Arbeiten wird es möglich, Bildungstheorie mit empirischer Bildungsforschung zu korrelieren und als Kulturwissenschaft zu rahmen. Wir nehmen dazu an der öffentlichen Vorlesungsreihe „Wilhelm von Humboldt: "Kulturwissenschaftliche Forschung zwischen Praxis, Theorie und Empirie der Bildung" teil, das vom Interdisziplinären Zentrums für Bildungsforschung der Humboldt-Universität ausgerichtet wird.

Zum anderen werden die Gedanken und Perspektiven Humboldts in kritischer Weise aufgegriffen. In enger Lektüre werden Texte von Eugen Fink zur Erziehungsphilosophie gelesen. Auch Fink entwirft eine Erziehungs- und Sozialphänomenologie als Kulturwissenschaft. Nach Fink kann Bildung nicht (mehr) Allgemeinbildung im Modus von Ganzheit sein. Sie ist fragmentarische Bildung als praktisch-existenzielles Sinn-Experiment unter Bedingungen der Vorläufigkeit, Unsicherheit und Fremdheit. Erziehung bestimmt Fink in scharfer Abgrenzung zur humanistischen und geisteswissenschaftlichen Tradition. Sorge und Fürsorge, Lernen, Staunen und Fragen sowie Beraten werden als pädagogische, koexistenzielle Praxen bestimmt, mit denen der Bezug zur Welt, dem Anderen und Fremden eröffnet werden kann. Das Generationenverhältnis ist nach Fink wesentlich von Fremdheit und von den Macht- und Wissenspraxen der technischen Moderne geprägt.

 

MA 6.1 | Kolloquium

Prof. Dr. Malte Brinkmann

 

 

Werkstattseminar Qualitative Bildungsforschung: Datenerhebung – Datensitzung – Datenauswertung

Das Werkstattseminar richtet sich an Studierende und Promovierende unterschiedlicher Studiengänge, die in ihrer Qualifikationsarbeit qualitative Methoden verwenden wollen. Es werden forschungspraktische, methodologische und grundlagentheoretische Fragen und Probleme qualitativer Bildungsforschung an Forschungsmaterialien aus Qualifizierungsarbeiten, Forschungsprojekten und Seminararbeiten diskutiert und erarbeitet. Das Seminar bietet eine forschungspraktische Einführung in Fragen der Datenerhebung und der Datenauswertung. Es ist geöffnet für alle forschungspraktisch und –methodisch Interessierten, Erfahrungen in der praktischen Forschungsarbeit sind willkommen, aber nicht Voraussetzung. Materialien werden bereit gestellt. Es können 2 bis 5 LP erworben werden. Die Arbeitsleistung kann zu Beginn abgesprochen werden.

 

ÜWP/MA 9

Prof. Dr. Malte Brinkmann