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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Inklusion - Bildung - Schule

Mitglieder

David Brehme


MSc. Psychologie

Kontakt: david.brehme(a)hu-berlin.de

English Version

 

Thema

Vorsicht Normalianer! Normalität(en), Normen und Normalisierungen an inklusiven Schulen der Sekundarstufe 1

Abstract

Inklusive Schulen der Sekundarstufe 1 befinden sich im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Funktion von Selektion und Allokation und vergemeinschaftenden Entwürfen inklusiver Bildung. Schulen sollen dem inklusiven Anspruch gerecht werden, die Teilhabe aller Schüler*innen an Bildung zu gewährleisten - insbesondere der Schüler*innen, die traditionell im deutschen Bildungssystem von Marginalisierung und Benachteiligung betroffen sind (bekannt geworden als „Education for all, but especially for some!“).

Aus theoretisch-normativer Perspektive ist damit in der Inklusionspädagogik der Anspruch an Schulen verbunden, an Stelle eines kompetitiven Individualismus eine Schulkultur des Belonging zu schaffen. Aus normalismustheoretischer Sicht bedeutet dies eine transnormalistische Erweiterung der Kategorie Gemeinschaft: Es ist normal, dass alle anders anders sind - alle gehören dazu. Diese normalismustheoretische Perspektive ermöglicht zu untersuchen, wie und welche Normen und Normalitäten der (Nicht-) Zugehörigkeit, der Gemeinschaft im Kontext inklusiver Bildung an Schulen der Sekundarstufe 1 (re-) produziert werden.

Diese Studie geht daher der analytischen dezentrierenden Frage nach, welche Normalitäten inklusive Schulen der Sekundarstufe 1 produzieren. Genauer: Welche Normalität(en), Normalisierungen und Normen lassen sich im Kontext inklusions-orientierter Schulen der Sekundarstufe 1 in Bezug auf Ideen und Praxen der Zugehörigkeit, der Gemeinschaft beobachten? Dazu werden mehrmals mehrwöchige teilnehmende Beobachtungen an inklusions-orientierten Schulen in einem ostdeutschen Bundesland durchgeführt. An der disziplinären Schnittstelle von Disability Studies & Inklusionspädagogik ist dieses Projekt methodologisch in der Grounded Theory Method verortet. Ausgewertet werden neben Feldprotokollen aus Unterricht, Pausen und Schulveranstaltungen auch Interviews mit Lehrkräften und Schulleitungen sowie Gruppendiskussionen mit Schüler*innen. Ein vorläufiger Fokus ist dabei der fachübergreifende Unterricht und die pädagogische Praxis des „Klassenrats“.

Publikationen

Brehme, D., Fuchs, P., Köbsell, S. & Wesselmann, C. (Hrsg.) (2020). Disability Studies - zwischen Emanzipation und Vereinnahmung. Weinheim/Basel: Beltz Juventa.

Brehme, D., Gerullis, A. & Huber, C. (im Erscheinen). Normalität & Behinderung aus Kindersicht: Ergebnisse einer qualitativen Interviewstudie an inklusiven Grundschulen. Vierteljahreszeitschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete.

Brehme, D. (2017). Normalitätskonzepte im Behinderungsdiskurs: Eine qualitative Befragung inklusiv-beschulter Brandenburger Grundschulkinder. Wiesbaden: Springer Fachmedien. doi:10.1007(978-3-658-16823-0.

Brehme, D. (2017). Forum: 31. Internationale Jahrestagung der Inklusionsforscher/innen. Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete, 3, 255-259.

Vorträge

Brehme, D. (11/2018). Vorsicht Normalianer! Normalitätskonstruktionen im Behinderungsdiskurs und deren Schaden und Nutzen für behinderte Menschen. Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Behinderung ohne Behinderte!? Perspektiven der Disability Studies“. Zentrum für Disability Studies, 29.11.2018, Hamburg

Brehme, D. (09/2018). Smashing normalcy? On the (f)utility of normalcy for disabled people. Vortrag auf der 9th biennal Lancaster Disability Studies Conference. 11.09.2018, Lancaster (Großbritannien)

Brehme, D. (06/2018). Beware normalians! Was heißt es „normal“ zu sein, wenn alle anders anders sind? Normalistische Strategien im Differenzdiskurs an inklusiven und nicht-inklusiven Sekundarschulen. Poster auf der II. Tagung der AG Inklusionsforschung der DGfE. 28.06.2018, Flensburg

Brehme, D. (06/2018). Gelingensbedingungen für inklusive Sekundarschulen aus der Perspektive von Schüler*innen und deren Lehrkräften, Projekt GipS-Sek 1. Poster auf der II. Tagung der AG Inklusionsforschung der DGfE. 28.06.2018, Flensburg

Brehme, D. (05/2017). Qualitative Methods in Psychology – an Introduction. Workshop an der School of Law, Psychology and Social Work. Örebro University, 05.05.2017, Örebro (Schweden).

Brehme, D. (05/2017). The Complex Relationship between Normalcy & Disability: A Qualitative Study with Pupils at German Inclusive Primary Schools. Vortrag auf der 14th conference of the Nordic Network on Disability Research (NNDR). 03.05.2017, Örebro (Schweden).

Brehme, D. (05/2017). Children’s & teachers’ views on inclusive schools in Germany. Vortrag auf der 14th conference of the Nordic Network on Disability Research (NNDR). 03.05.2017, Örebro (Schweden).

Brehme, D. (2016). Disability And Normality As Polar Opposites On A Single Continuum: A Qualitative Study With Pupils At German Inclusive Primary Schools. Vortrag auf der 8th biennal Lancaster Disability Studies Conference 2016, Lancaster (Großbritannien).

Brehme, D. (09/2014). Discourses of Normality in a German Inclusive School: Children's perspectives. Vortrag auf der 7th biennal Lancaster Disability Studies Conference. 11.09.2014, Lancaster (Großbritannien).

Brehme, D. (11/2012). The role of normality in the discourse of learning disability: A Lacanian Discourse Analysis. Vortrag auf der 6th biennal Lancaster Disability Studies Conference. 12.11.2012, Lancaster (Großbritannien).

Organisation von Panels und Veranstaltungen 

Brehme, D. (02/2019). Lokales Organisationskommitee 33. Jahrestagung der Inklusionsforscher*innen (IFO). Berlin.

Brehme, D. (10/2018). Co-Organisator der Disability Studies Konferenz 2018 (DisKo18), Humboldt-Universität zu Berlin und Alice-Salomon-Hochschule Berlin. 19.-21. Oktober 2018, Berlin.

Brehme, D. (09/2018). Panel Chair Representations of Disability in arts and culture. Lancaster Disability Studies Conference 2018. 11.-13. September 2018, Lancaster.