Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Lehrbereich Historische Bildungsforschung

Humboldt-Universität zu Berlin | Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät | Institut für Erziehungswissenschaften | Lehrbereich Historische Bildungsforschung | Forschungsprojekte | Abstracts | "Gelehrter Eklektizismus"? Ideologische und philosophische Strukturierung schulpolitisch-unterrichtsorganisatorischer Normen in Spanien (2. Hälfte des 19. Jahrhunderts)

"Gelehrter Eklektizismus"? Ideologische und philosophische Strukturierung schulpolitisch-unterrichtsorganisatorischer Normen in Spanien (2. Hälfte des 19. Jahrhunderts)

(Promotionsprojekt von Till Eble)

 

Projektbeschreibung

Das Dissertationsvorhaben beleuchtet die bildungspolitischen Präferenzen des gemäßigten spanischen Liberalismus der isabellinischen Ära (1833/43-68) und fragt insbesondere nach der Normsetzung unterrichtstechnologischer Arrangements im Primarbereich, deren ideologisch-politischer Imprägnierung sowie den Kontrollmechanismen entsprechender Regulierungen. Mit Blick auf diese leitende Fragestellung liegt dem Projekt die Arbeitshypothese zugrunde, dass analog zur Bedeutung des staatlichen Erziehungswesens in dieser Institutionalisierungsphase liberaler Institutionen im Kontext der intendierten Festigung der erkämpften Machtposition, gerade auch die schulpolitisch-unterrichtstechnologischen Normen einer vorgelagerten politischen und ideologischen Strukturierung unterlagen.

Dazu werden die bildungspolitischen Präferenzen des gemäßigten spanischen Liberalismus der moderados untersucht werden wie auch deren philosophische und ideologische Referenzmodelle, etwa der philosophische Eklektizismus Victor Cousins oder der liberale Doktrinarismus um Francois Guizot. Darauf aufbauend werden die normativ-administrativen wie operationalen Dimensionen spanischer Schulpolitik in der isabellinischen Ära untersucht, wobei insbesondere die Regulierung der Unterrichtsorganisation im Primarbereich im Zentrum stehen soll, wo in dem zeitweiligen zentralen Wohlwollen gegenüber dem unterrichtsorganisatorischen Mischsystem aus Elementen des wechselseitigen wie des  Simultanunterrichts ein Abbild eklektizistischer Denkmodelle vermutet wird. Eine besondere Rolle innerhalb der Untersuchung kommt schließlich der Analyse der Schulinspektion zu, verzahnt dieser Prozess in einmaliger Weise die Normsetzung, Regulierung und Kontrolle unterrichtsorganisatorischer Arrangements und verbindet er in der Interaktion von Lehrern und den wichtigsten schulpolitischen Funktionären der moderados pädagogische Norm, Theorie und Praxis.