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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Sachunterrichtsdidaktik

Traumasensibles Lernen

ein Projekt zur Frage des pädagogischen Umgangs mit Kindern, die potenziell Traumatisierendes erlebt haben

 

Verantwortliche

 

Kooperationspartner

  • seit 2017 Entwicklungsprojekt in Kooperation mit Hilfe für Jungs e.V.
  • gefördert von Aktion Mensch und der World Childhood Foundation

 

Projektbeschreibung

Das Projekt Traumasensibles Lernen (tsL) wird seit April 2017 an der Humboldt- Universität zu Berlin in Kooperation mit dem Berliner Verein Hilfe für Jungen e.V.durchgeführt. Über Aktion Mensch wird das Projekt (vorerst) bis Anfang 2019 finanziert.

Sechs Studierende des Grundschullehramts und der Rehabilitationspädagogik, welche über das Sachunterrichtsseminar der ‚Sexualisierte Gewalt und ihre Prävention’ von Herrn Prof. Dr. Pech generiert werden konnten, wirken über die gesamte Dauer im Projekt mit. Dieses gliedert sich in drei Phasen. Während der ersten Projektphase (04/2017- 09/2017) begleiten die Studierenden für die Dauer eines Semesters einzelne Kinder und Jugendliche mit traumatischen Lebensereignissen. Über die Dauer von 16 Wochen treffen sich die Tandems im wöchentlichen Rhythmus. Die Studierenden unterstützen und begleiten ihre Tandempartner*innen bei ihren schulischen Bedarfen, dabei führen sie keine schulischen Förderpläne aus oder geben Nachhilfe. Stattdessen versuchen sie mit den Kindern und Jugendlichen gemeinsam Räume zu schaffen, in denen sich in angstfreier Atmosphäre über schulische Belange ausgetauscht werden kann. Fortbildungen in theoretischen Sequenzen und praktischen Übungen aus den Feldern Psychotraumatologie, Traumapädagogik und Sozialpädagogik ergänzen den Kompetenzerwerb der Studierenden.
In der zweiten Phase (09/2017- 02/2018) bilden die Studierenden untereinander Zweiertandems und hospitieren an unterschiedlichen Schulen. Dort sammeln sie mit Lehrkräften und weiteren schulischen Akteuren Bedarfe auf Seiten der Professionellen und entwickeln eigene Projektideen. Diese werden während der dritten Projektphase (03/2018- 02/2019) eigenständig an den Schulen realisiert. Fallbesprechungen für Lehrkräfte, Kunst- und Kreativprojekte für betroffene Kinder oder gemeinsame Angebote mit den Schulstationen können erste mögliche Aspekte beinhalten.

 

Projektziele

Gemäß den verschiedenen Projektphasen verfolgt das Projekt tsL unterschiedliche Ziele. Während der ersten Phase lag das Ziel im Aufbau einer zeitlich begrenzten pädagogischen Beziehung, welche sich an den individuellen Entwicklungsbedürfnissen der Kinder und Jugendlichen ausrichtete. Die Kinder waren aktiv an der Beziehungsgestaltung sowie dem gemeinsam geplanten Abschied beteiligt.
In zweiwöchentlich begleitenden Teamsitzungen wurden Beziehungsgeschehen ausgetauscht und diese in Supervisionssitzungen gemeinsam reflektiert. In den Phasen Zwei und Drei orientieren sich die Zieldimensionen an den eigenen Professionalisierungsbedarfen der tsL- Lehrkräfte.
Es wird vermutet, dass auf Seiten der Studierenden pädagogische Verstehens- und Handlungskompetenzen im Umgang mit hochbelasteten Kindern und Jugendlichen sowie durch die Arbeit in der Institution Schule erweitert werden. Eine gemeinsame Konzeptentwicklung für einen professionellen, traumasensiblen Umgang mit hochbelasteten Kindern und Jugendlichen von Seiten der (Grundschul-)Lehrkräfte wird von den beteiligten Akteuren angestrebt.

 

Wissenschaftliche Begleitung

Unter Kooperation der Professuren Der Sachunterricht und seine Didaktik (Prof. Dr. Pech) und Pädagogik bei psychosozialen Beeinträchtigungen (Prof. Dr. Zimmermann) wird das Projekt tsL durch ein qualitatives Dissertationsvorhaben begleitet. Über die Durchführung problemzentrierter Einzelinterviews zu unterschiedlichen Interviewzeitpunkten (vor und nach den verschiedenen Projektphasen) sollen die subjektiven Sichtweisen der tsL- Lehrkräfte zum Umgang mit traumatisierten Schüler*innen erhoben werden. Durch eine Triangulation der Forschungsstile Grounded Theory Methodologie und Tiefenhermeneutisches Fallverstehen soll eine Rekonstruktion dieser subjektiven Sichtweisen hinsichtlich eines individuellen Traumaverständnisses erfolgen.

 

Publikationen

  • Pech, Detlef; Kollinger, Beatrice (2018): Vom Umgang mit traumatisierten Kindern in der Grundschule. In: Auma, Maisha; Kaya, Asiye & Hungerland, Beatrice (Hrsg.): Diversität und Diskriminierungskritik in der Schul(buch)sozialisation. Budrich Verlag, Opladen.

 

Vorträge

  • Kollinger, Beatrice: „Presentation of the project: Traumasensitive learning“. Vortrag im research panel des European Mentoring Summit in Berlin, 16.03.2018
  • Kollinger, Beatrice: „Sichtweisen von Grundschullehrkräften im Umgang mit traumatisierten Schüler*innen“. Vortrag auf der DAT 9 (Doktorand*innenarbeitstagung) in Berlin, 24.- 25.11.2017
  • Kollinger, Beatrice: „Professionelle Handlungskompetenz von Grundschullehrkräften im Umgang mit traumatisierten Schüler*innen.“ Vortrag im Symposium „Grundschulpädagogische Forschung zu Fluchtmigration zwischen Wissenschaft und Transfer“ DGfE- Tagung/ Sektion Grundschulforschung in Koblenz/ Landau, 26.- 29.09.2017
  • Kollinger, Beatrice; Werner, Wolfgang: „Projekt- Traumasensibles Lernen.“ Vortrag auf dem Vernetzungstreffen der DGfPI (Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und –vernachlässigung) in Potsdam, 03.- 05.05.2017