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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Mathematik in der Primarstufe

KomMa

Struktur, Niveau und Entwicklung professioneller Kompetenzen von Erzieherinnen im Bereich Mathematik

Projektbeschreibung

Differenzielle Entwicklungsprozesse führen zu Schulbeginn zu unterschiedlichen mathematischen Kompetenzen (z. B. Schmidt, 1982; Selter, 1995; Grassmann et al., 2000; Hasemann, 2001), die einen erheblichen Beitrag zur Erklärung von unterschiedlichen Mathematikleistungen in der Grundschule liefern (z. B. Stern, 1998; Krajewski, 2003; Dornheim, 2008). Beim mathematischen Denken geht es aber nicht vorrangig um isolierte Rechenprozeduren, sondern darum, Probleme zu lösen, die die Fähigkeit zum quantitativen und relationalen Schlussfolgern erfordern (van Oers, 2004, 314), so dass auch Alltagserfahrungen (Thiel, 2008), die Sprache (z. B. Pimm, 1987) und der Kontext, in dem eine Aufgabe gestellt wird (z. B. Lave, 1989), von Bedeutung sind. Im Kindergarten bedarf es deshalb anregender Umgebungen und substantieller Lerngelegenheiten (Krogh/Slentz, 2001; Greenes/Ginsburg/ Balfanz, 2004; Bredekamp/Copple, 1997). Insgesamt gibt es bislang kaum Studien, die sich mit der systematischen Erfassung von Kompetenzen von Erzieherinnen beschäftigen. Die wenigen Studien lassen erkennen, dass die mathematischen Kompetenzen der Erzieherinnen eher niedrig sind (Frey, 2002). Niveau und Komplexität des mathematischen Verständnisses der Kinder werden häufig unterschätzt (Rudd et al., 2008). Aber Erzieherinnen mit ausgeprägteren mathematischen Kompetenzen sind häufiger in der Lage, Lerngelegenheiten im Alltag zu entdecken und fördernd zu nutzen (Baroody/Coslick, 1998; Seo/Ginsburg, 2004). Im internationalen Vergleich gehört Deutschland zu den wenigen Ländern, in denen kein Hochschulabschluss Voraussetzung für die Arbeit in Kindergärten ist (Oberhuemer/Schreyer/Neumann, 2010). In fast allen übrigen Ländern der EU ist zwingend ein dem Bachelor vergleichbarer Abschluss gefordert. In der deutschen Erzieherausbildung an Fachschulen macht Mathematik nur einen kleinen Anteil aus. In den neu entstehenden Bachelorstudiengängen an Universitäten und Hochschulen wird Mathematik nur in 30 von 56 Studiengängen erwähnt. Umfang und Schwerpunkt der Ausbildung sind sehr heterogen. In den Kita-Bildungsplänen der Bundesländer ist die Entwicklung mathematischer Fähigkeiten jedoch ein wichtiger Schwerpunkt. Im Projekt KomMa werden deshalb vorrangig die folgenden vier Ziele verfolgt:

1) die Entwicklung eines anforderungsbezogenen und zugleich curricular validen Modells der professionellen Kompetenz von Erzieherinnen zur Förderung mathematischer Fähigkeiten im Kindergarten;

2) die Entwicklung eines fachbezogenen Tests, der die Kompetenzen der Erzieherinnen, mathematische Fähigkeiten in den informellen Settings des Kindergartens zu fördern, erfasst;

3) eine Analyse der Kompetenzentwicklung bei Erzieherinnen vom Beginn der Ausbildung bis in den Beruf hinein;

4) die Identifikation förderlicher Kontextbedingungen der Erzieherinnenausbildung im nationalen und internationalen Vergleich.

Projektleitung

Prof. Dr. Sigrid Blömeke (HU ; Erziehungswissenschaften)

Prof. Dr. Marianne Grassmann (HU, Erziehungswissenschaften)

Prof. Dr. Hartmut Wedekind (ASH Berlin)

Projektmitarbeiter des Lernbereiches Mathematik:

Prof. Dr. Marianne Grassmann

Wibke Baack (abgeordnete Lehrerin)

Gunda Nehring (studentische Mitarbeiterin)

Weitere Informationen: http://www2.hu-berlin.de/komma/