Gemeinsames Gaming, Meme-Making, Filmeschauen und Lesen
@primarstube.berlin is a tiny room (~40 m²) with a big mission: bring literary & aesthetic learning back to the heart of primary German lessons. Think of it as a postdigital “third space” at Humboldt University—part concept, part real learning lab—where analog + digital are no longer opposites, but one woven ecosystem. On the floor: IMAGINE · CREATE · PLAY · SHARE · REFLECT. In the room: movable shelves, gaming chairs, a reading sofa, a Litfaßsäule—and tools ranging from picturebooks and poetry to Scratch animations, memes, podcasts, VR, film & games. Here, learning isn’t “achieving goals later.” It’s living the present: getting irritated, switching perspectives, feeling + thinking, reading + making. And the best part? Seminar projects travel from this university “possibility space” straight into Berlin primary classrooms—turning ideas into real practice. Follow for impulses, examples, and behind-the-scenes: @primarstube.berlin Want to collaborate, visit, or run a session?
@primarstube.berlin – ein Ort der postdigitalen Grundschule
Nach Foucault sind Heterotopien jene Räume, die auf ein Fehlendes oder Mögliches verweisen, dafür Kompensation schaffen und quasi ein Ort ohne Ort sind (Burghardt & Zirfas, 2019, S. 8-9). Für die primarstube.berlin im Institut für Erziehungswissenschaften der Humboldt-Universität trifft das zu: Sie ist zugleich ein deutschdidaktisches Konzept wie eine reale – aber mit rund 40 qm vergleichsweise kleine Hochschullernwerkstatt – die das Ziel hat, die Marginalisierung der literarisch-ästhetischen Bildung im Deutschunterricht der Grundschule zu kompensieren bzw. diese zu ermöglichen.
Anders als in der schulischen Struktur des stetig-linearen Lernens geht es bei ästhetischen Erfahrungen nicht um ein „Erreichen von Zielen" in der Zukunft, sondern um „ein Entfalten und Auskosten der Gegenwart" (Duncker, 2018, S. 20). Für das literarästhetische Lernen in der primarstube.berlin bedeutet dies, Raum und Zeit für ästhetisches Wahrnehmen, ästhetischen Genuss und ästhetische Erfahrungen zu schaffen. Ein solches Lernen basiert auf der Interaktion zwischen Subjekt und literarischem Gegenstand, braucht Irritationen und ungewohnte Perspektiven, setzt emotional-sinnliches Wahrnehmen und kognitiv-analytisches Verstehen miteinander in Beziehung und kombiniert Rezeptions- und Produktionsorientierung (Demirdögen & Staiger, 2025, S. 11). Das bewegliche Mobiliar im Raum unterstützt das prozesshafte Lernen: Rollbare Regale, (Gaming-)Stühle, verschiebbare Sitzelemente sowie Lesesofa und Litfaßsäule zaubern für die resonanzreichen Aktivitäten schnell wandelbare Gespräch-, Rezeptions-, Produktions- sowie Präsentationsräume.

Das übergeordnete Raumkonzept folgt der ko-konstruktiven Lernstruktur der Creative Learning Spirale (Resnick, 2017).
Auf dem Boden des Raumes markieren die Worte Imagine, Create, Play, Share, Reflect verschiedene Zonen, die dazu einladen, einen individuellen Zugang für den eigenen Bildungsprozess zu wählen, um zum ästhetischen Selbstausdruck zu kommen. Die im Sinne der primarstube.berlin tätigen Kinder, Studierenden oder Lehrpersonen entwickeln eigene Ideen zu bestimmten Themen oder lassen sich von bereitgestellten Gedichten, Bilderbüchern oder audiovisuellen literarischen Werken anregen (imagine). Sie geben ihren Ideen mithilfe vielfältiger digitaler und analoger Materialien und Medien Gestalt (create), verändern und erweitern (play) ihre Werke und kommen alleine oder im Austausch mit anderen (share) zu neuen Erkenntnissen, die sie kritisch reflektieren (reflect) und weiterdenken (imagine). In diesem Bildungsprozess entstehen z.B. Zeichnungen, bedruckte Sticker oder Buttons, Legolandschaften, Memes, animierte Geschichten in Scratch, Podcast-Folgen oder Kurzfilme. Dieses Raumkonzept wird im Rahmen von Seminarprojekten in die realen Klassenräume der Berliner Grundschulen übertragen, sodass der universitäre Möglichkeitsraum zum realen Bildungsort in der Praxis wird. Über den Instagram-Kanal @primarstube.berlin werden regelmäßig Impulse, Praxisbeispiele und Einblicke in die Seminar- und Schulprojekte geteilt. Hier finden Lehrkräfte, Studierende und alle Interessierten inspirierende Ideen für eine lebendige, an kindlichen Imaginations- und Spielfähigkeiten orientierte Grundschulpraxis.
In der Gestaltung dieser Lernwerkstatt ist das Konzept der Postdigitalität zentral, das die dichotome Trennung zwischen analoger und digitaler Welt aufhebt und stattdessen ein unauflösbares Ineinanderverwobensein beider Bereiche anerkennt. Unter diesen Bedingungen rückt das Zusammenwirken von menschlichen und nicht-menschlichen Beteiligten in einer Netzwerkstruktur in den Fokus, wodurch Bildung als relationaler Prozess verstanden wird, bei dem verteilte Handlungsmacht und kollaborative Handlungskompetenz eine tragende Rolle spielen (Engel & Kerres, 2023, S. 7).
Im Raum befinden sich robuste, aber gepolsterte L-förmige Sitzelemente, die in verschiedenen Varianten zu Sofas, Sesseln und Tischen gruppiert werden können.
Gerne können VR-Brillen, Videogames, Apps, Hör- und Filmmedien ausprobiert werden.
Studierende können den Raum gerne zur Erprobung mediendidaktischer Konzepte nutzen oder Filmabende bzw. literarische Salons initiieren...
Kontakt: petra.anders@hu-berlin.de