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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Vergleichende und Internationale Erziehungswissenschaft

Forschungsforum Vergleich und Bildungssystem


 
Vollständiges Programm als Pdf
 

Kurt Schwippert & Florian Waldow

 
 
[21.05.2015, 11:00 Uhr]
Potentiale und Probleme des „vertiefenden Ländervergleichs“
 

Kathrin Schulz-Heidorf

 
Universität Hamburg
[21.05.2015, 14:00 Uhr]
Individualisierung im Unterricht: Eine Möglichkeit, soziale Herkunft und Schulerfolg zu entkoppeln?

Abstract: In der Diskussion um Bedingungen des schulischen Lernerfolgs von Kindern und Jugendlichen konnte insbesondere der Familie als primärer Sozialisationsinstanz eine entscheidende Rolle nachgewiesen werden. Dabei kommt vorrangig sozioökonomischen Merkmalen wie dem Sozialstatus und den familiären Ressourcen, aber auch dem häuslichen Anregungsgehalt eine prognostische Bedeutsamkeit im Hinblick auf die Kompetenzentwicklung, Bildungsaspiration sowie dem erreichten Bildungsabschluss zu. Mithilfe einer Analyse der IGLU-E-Daten aus 2011 soll überprüft werden, ob und wie Schule und insbesondere Individualisierung im Unterricht diesem Herkunftseffekt ausgleichend begegnen kann. Dabei wird auf Mehrebenenstrukturgleichungsmodelle zurückgegriffen. Die Ergebnisse für das deutsche Bildungssystem sollen abschließend mit einem Land verglichen werden, in welchem der Herkunftseffekt signifikant geringer ist. Hierfür bietet sich Norwegen an.

 

Imogen Feld

 
Universität Hamburg
[21.05.2015, 14:30 Uhr]
Elterliche Unterstützung und soziale Herkunft in Kanada und Deutschland. Möglichkeiten und Grenzen einer Re-Analyse von PIRLS-2011

Abstract: In der Forschung sowie in den deutschen Medien werden Eltern als einflussreicher Faktor für den Bildungserfolg von Schulkindern gehandelt. Zur Begründung wird auf Ergebnisse internationaler Leistungsvergleiche wie PISA (Programme for International Student Assessment) und PIRLS (Progress in International Reading Literacy Study) verwiesen, die aufzeigen, dass die schulische Leistung der Schulkinder in Deutschland stärker von sozialer Herkunft abhängt als z. B. im OECD-Länderdurchschnitt. In diesem Beitrag werden in einem direkten Ländervergleich zwischen Deutschland und den teilnehmenden kanadischen Provinzen in PIRLS 2011 elterliche Unterstützungsfaktoren sowie sozialer Hintergrund im Zusammenspiel mit Leseleistung untersucht. Diese Ergebnisse sollen unter Berücksichtigung der jeweiligen Länderkontexte diskutiert werden. Auf dieser Basis ist im Anschluss an den methodischen Analysen ein vertiefender Vergleich möglich, der die Möglichkeiten und Grenzen der analysierten Modelle mit dem PIRLS 2011-Datensatz berücksichtigt.

 

Nadine Bernhard

 
Humboldt-Universität zu Berlin
[21.05.2015, 15:20 Uhr]
Durchlässigkeit zwischen Berufs- und Hochschulbildung im Wandel – ein deutsch-französischer Vergleich

Abstract: Durchlässige Bildungsstrukturen sind Voraussetzung für die Ermöglichung von lebenslangem Lernen und können der Verringerung von sozialen Ungleichheiten aber auch der Befriedigung gesellschaftlicher Qualifikationsanforderungen dienen. In Deutschland besteht traditionell ein System, in dem die Organisationsfelder der beruflichen Bildung und höheren Allgemeinbildung getrennt sind. Durch diese strikte Segmentierung sind sowohl Zu- als auch Übergänge von einem Bereich in den anderen schwierig und es werden Qualifikationen, die in einem Bereich erlernt worden sind, wenig bis gar nicht im anderen anerkannt. Das französische Bildungssystem wird im Vergleich zum deutschen oft nur als moderat stratifiziert beschrieben und gilt als ein System ohne strikte Trennung zwischen Berufs- und Hochschulbildung. Es zeigt sich aber, dass nicht nur in Deutschland sondern auch in Frankreich eine mangelnde Durchlässigkeit zwischen Berufs- und Hochschulbildung zu konstatieren ist. Durch die Verbindung des soziologischen und historischen Neoinstitutionalismus mit einer wissenssoziologischen Diskursanalyse ist es möglich, die jeweilige nationenspezifische Durchlässigkeitsproblematik zu verstehen sowie Veränderungen der institutionellen Durchlässigkeitsstrukturen für den Zeitraum von 1990 bis 2014 nachzuvollziehen. So werden neben rechtlichen Entwicklungen auch die der Wissensordnung in den Blick genommen.

 

Fanny Oehme

 
Humboldt-Universität zu Berlin
[21.05.2015, 15:50 Uhr]
Was macht eine gerechte Beurteilung von Einzelschulen aus? Gerechtigkeitsüberzeugungen von Schulinspektor_innen in Deutschland und England

Abstract: Im Zeitalter von „accountability“ und „standards-based reform“ rückt die (messbare) Qualität von Schule verstärkt in den Fokus. Die Schule selbst wird zum Gegenstand der Beurteilung, wie etwa im Zuge von Schulinspektion. Aufgrund der teilweise erheblichen Konsequenzen für Einzelschulen hängt die Legitimität derartiger Qualitätsurteile in hohem Maße davon ab, ob diese als gerecht wahrgenommen werden. Das vorliegende international-vergleichende Forschungsprojekt widmet sich der Frage, was aus der Sicht von Schulinspektor_innen in Deutschland (Nordrhein-Westfalen) und England eine gerechte Beurteilung einer Einzelschule ausmacht. Es handelt sich dabei um eine am Ansatz der Grounded Theory Methodology orientierte Studie, im Rahmen derer Interviews mit Inspektor_innen durchgeführt werden. Die Befunde zeigen, dass sowohl zwischen als auch innerhalb der untersuchten Kontexte keinesfalls einheitlich ist, was unter einer gerechten Beurteilung verstanden wird. Vielmehr treten unterschiedliche und teilweise konfligierende Gerechtigkeitsüberzeugungen zutage, die von diversen Spannungen geprägt sind. Dazu zählen etwa Vergleichbarkeit versus Einzelfallorientierung, Subjektivität versus Objektivität sowie Defizit- versus Ressourcenorientierung. In dem Beitrag sollen vorläufige Befunde ausschnitthaft präsentiert werden.