Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Abteilung Pädagogische Psychologie und Gesundheitspsychologie

Forschungsprojekte


Die Abteilung Pädagogische Psychologie und Gesundheitspsychologie beschäftigt sich zur Zeit mit folgenden Forschungsprojekten:

Forschungsprojekte

Kurzbeschreibung

TrainerPLUS - Alkoholprävention im Jugendfußball

(finanziert von der Mast-Jägermeister SE)

MitarbeiterInnen: Dipl.-Psych. Björn Kröske; Dipl.-Psych. Carina Küper; Ariana Bassy; Marie-Charlotte Kölling; Verena Pförtner

Ziel des Projekts „TrainerPLUS“ ist es, Trainer und Vereine für das Thema „Umgang mit Alkohol“ und ihre damit verbundene gesellschaftliche Verantwortung  zu sensibilisieren, da Jugendliche im Vereinsfußball eine besondere Risikogruppe darstellen und tendenziell mehr Alkohol trinken als jugendliche Sportler anderer Vereinssportarten (Locher, 2000; Brettschneider & Kleine, 2002). Ein möglichst später Einstieg in den Konsum und ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol sollen gefördert werden.

In dieser quasi-experimentellen längsschnittlichen Präventionsstudie werden rund 600 Jugendfußballtrainer über drei Jahre hinweg in drei aufeinander aufbauenden Trainingsseminaren mit anschließenden Präventionsphasen während der Fußballsaison geschult. In den bundesweit stattfindenden Trainingsseminaren stehen einstellungs- und verhaltensändernde Fördermaßnahmen im Vordergrund, die motivationale, soziale und personale Ressourcen aufbauen und stärken sowie Risikofaktoren abbauen sollen. Diese sollen von den Trainern erarbeitet und im Trainingsalltag mit den Jugendlichen umgesetzt werden (z.B. Selbstbestimmung und soziale Widerstandsfähigkeiten fördern, Erfolgserfahrungen vermitteln, soziale Einbindung schaffen).

Zur Evaluation werden die teilnehmenden Fußballtrainer und die Jugendlichen kontinuierlich vor Beginn sowie nach Abschluss der Schulungen mittels Fragebögen befragt. Neben der Evaluation des Präventionsprojektes sollen die Einflussfaktoren auf das Alkoholkonsumverhalten von jugendlichen Fußballspielern näher erforscht werden.

Laufzeit: 2009 - 2013

Praxisintegrierte Weiterentwicklung schulischer Präventionsstrategien zur Gesundheitsförderung und Unfallverhütung in Schulen (FOSIS 2)

(finanziert von der Unfallkasse Berlin)

MitarbeiterInnen: Dipl.-Psych. Inga Schlesinger; Dipl.-Psych. Bettina Röder; Dipl.-Psych. Birgit Wittkowski; Dipl.-Psych. Dorothea Wudy

Im Rahmen einer halbjährigen Erprobungsphase und einer zweijährigen Interventionsphase werden Unterrichtsstrategien zur Förderung von Schutzfaktoren im Hinblick auf die Verbesserung motivierten Lernens, die Verminderung von Belastungen und die Stärkung des Sozialklimas in Schulklassen eingesetzt und für Belange der Schulpraxis weiterentwickelt. Das Untersuchungsdesign sieht eine Experimentalgruppe für die allgemeine Intervention (Unterrichtsstrategien für Mathematik, Deutsch, Englisch) und eine Experimentalgruppe für die Intervention im Sportunterricht mit jeweils zwei beteiligten Oberschulen vor. Hinzu kommt eine Kontrollgruppe. Zur Evaluation erfolgt die Dokumentation der Implementation sowie vor Beginn der zweijährigen Interventionsphase eine Anfangs- und zum Ende eine Abschlussbefragung. Hinzu kommen kontinuierliche Befragungen und Interviews während des Interventionszeitraumes. Durch Beratungs- und Supervisionsangebote der wissenschaftlichen Begleitung und Rückmeldungen zu Praxiserfahrungen seitens der Lehrkräfte werden gemeinsam Implementationsstrategien unterstützt und Handanweisungen als Präventionshilfen entwickelt und praxisbezogen optimiert. Ziele sind die Prozess- und Output-Evaluation der auf Erfahrungen von FOSIS beruhenden differenzierteren Interventionsstrategie sowie die Entwicklung eines Praxismanuals für Lehrkräfte zur Unterstützung von Förderstrategien im Unterricht.

Laufzeit: 2008 – 2012

Gesundheitsförderung und Unfallprävention im Sportunterricht bei besonders unfallbelasteten Schulen

(finanziert von der Unfallkasse Berlin)

MitarbeiterInnen: Dipl.-Psych. Inga Schlesinger

In einem längsschnittlichen schulischen Interventionsprojekt zur Gesundheitsförderung und Unfallverhütung bei Schülern der Sekundarstufe I im Sportunterricht werden entsprechende Fördermaßnahmen an zwei hoch unfallbelasteten Oberschulen für ein Jahr implementiert und evaluiert. In einem quasi-experimentellen Evaluationsdesign mit Prä- und Postbefragung werden Wirkungen der Intervention (z.B. Belastungsminderung im Unterricht, Verbesserung des Sozialklimas) überprüft. Die Intervention wird von Lehrkräften durchgeführt, die zu diesem Zweck vorher trainiert worden sind. Geprüft werden Implementationsgrad und Wirksamkeit bei zwei Interventionsschulen im Vergleich zu einer Kontrollgruppe.

Laufzeit: 2008 – 2010

Stress und Sucht im Internet"
(Eigenfinanzierung)

Mitarbeiter: Dipl.-Psych. Sabine Meixner, Dipl.-Psych. André Hahn
Dr. Sunkyo Kwon

Entwicklung eines Instruments zur Diagnose von Internetsucht bzw. Internetabhängigkeit. Schätzung von differenziellen Prävalenzen in Deutschland, Korea und den USA. Analysen zu möglichen Ursachen sowie protektiven Ressourcen, die in weiteren Teilprojekten geprüft werden.
Neben Online-Studien werden auch offline-Studien (Befragungen von Kindern und Jugendlichen) durchgeführt.
Laufzeit: 1999 - 2009

„Prävention von Entwicklungsdefiziten durch Kompetenzerwerb"

MitarbeiterInnen: Dr. Dietmar Kleine, Dipl.-Psych. Bettina Röder, Dipl.-Psych. Birgit Wittkowski, Dipl.-Psych. Dorothea Wudy

Es werden Trainingsprogramme für Lehrer, Angehörige psychosozialer Berufe und Führungskräfte entwickelt anhand von experimenteller Laborforschung, Feldanalysen und multimedialen Präsentationseinheiten. Wesentliche Ziele sind einerseits Kompetenzstärkung und Selbstmanagement, andererseits die Vermittlung von Fertigkeiten und Techniken für die Entwicklungsförderung von Schülern, Auszubildenden und Mitarbeitern.

Abgeschlossene Forschungsprojekte

"Förderung von Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung in der Schule"

MitarbeiterInnen: Dipl.-Psych. Stephanie Drössler, Dipl.-Psych. Bettina Röder, Dr. Dietmar Kleine, Dr. Johannes Klein-Heßling und Prof. Dr. Waldemar Mittag

Die Förderung von motiviertem Lernen, kompetentem Sozialverhalten und proaktivem Handeln im Unterricht wirkt sich positiv aus auf Lernen und Leistung, auf die persönliche und soziale Entwicklung der Schülerinnen und Schüler und auf das Kompetenzerleben und die Berufszufriedenheit von Lehrerinnen und Lehrern. Diese Prozesse stärken längerfristig die wahrgenommene Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung von Lernenden und Lehrenden. Zur Erreichung dieser Förderziele wurden in den regulären Unterricht integrierbare Verhaltensstrategien für Lehrer entwickelt und in einem modularen Lehrer-Fortbildungsprogramm vermittelt. Die begleitende und komparative Evaluation überprüft Effektivität und Effizienz der eingesetzten Programmmodule, so dass als Projektergebnis Aus- und Fortbildungsmaßnahmen zur Verfügung stehen, die einen nachhaltigen Beitrag zur Schulqualität leisten können.
Laufzeit: 2001-2006

Endbericht Skalenbuch

"Förderung von Schutzfaktoren in der Schule" (FOSIS)
(finanziert von der Unfallkasse Berlin)

MitarbeiterInnen: Dipl.-Psych. Inga Schlesinger, Dipl.-Psych. Birgit Wittkowski und Stefan Freutel

Ergebnisbericht

Es handelt sich um ein längsschnittliches schulisches Interventionsprojekt zur Gesundheitsförderung und Unfallverhütung bei Schülern in der Sekundarstufe I. In einem quasi-experimentellen Evaluationsdesign mit Prä- und Postbefragung werden Wirkungen einer 10monatigen Intervention mit dem Ziel der Gesundheitsförderung durch Reduktion von Belastungen im Unterricht und durch Verbesserung des Klassenklimas überprüft. Die Intervention wird von Lehrern im Unterricht durchgeführt, die zu diesem Zweck vorher trainiert worden sind. Im Interventionszeitraum wird zudem das Ausmaß der Implementation der Maßnahmen erfasst. Geprüft werden Implementationsgrad und Wirksamkeit allgemeiner bzw. fächerübergreifender (Experimentalgruppe 1) und sportunterrichtsspezifischer (Experimentalgruppe 2) Maßnahmen im Hinblick auf die Entwicklung der körperlichen und psychischen Gesundheit im Vergleich zu einer Kontrollgruppe.
Laufzeit: 2006-2008

"Gesundheitsförderung in Schulen - Schwerpunkt: Prävention von Schulunfällen"
(finanziert von der Unfallkasse Berlin)

MitarbeiterInnen: Dipl.-Psych. Inga Schlesinger

In einer längsschnittlichen Interventionsstudie wurden Ansätze zur schulischen Gesundheitsförderung entwickelt und bewertet. Einen spezifischen Schwerpunkt bildete dabei die Prävention von Schulunfällen. Ziel war, das Unfallgeschehen an Schulen positiv zu beeinflussen und dabei zugleich die Gesundheit von Schülern und Lehrern zu fördern. Vor dem Hintergrund einer differenzierten Gefährdungsanalyse an 32 Berliner Schulen wurden psychosoziale Risiko- und Schutzfaktoren identifiziert sowie alternative Präventionsprogramme zur Unfallprävention und Gesundheitsförderung konzipiert und komparativ evaluiert.
Laufzeit: 2001-2005

„Gesellschaftliche Veränderungen und differentielle Entwicklungsprozesse"
(teilfinanziert vom BMFT)

Mitarbeiter: Dipl.-Psych. André Hahn

Vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Veränderungen der Nachwendezeit wurden in mehreren Längsschnittstudien psychosoziale Anpassungsprozesse von Schülern, Lehrern, Studenten und "Normalbürgern" in Ost und West über den Zeitraum von 1989 bis 1995 erforscht.
Literatur:

„Gesundheitsprävention in der Schule"
(teilfinanziert von der AOK Brandenburg)

MitarbeiterInnen: Dipl.-Päd. Dagmar Rolle und
Prof. Dr. Waldemar Mittag

Im Rahmen einer längsschnittlichen Interventionsstudie zur ganzheitlichen Gesundheitserziehung ging es um die Entwicklung, den Einsatz und die Evaluation eines schulischen Gesundheitsprogramms bei Schülern der 7., 8. und 9. Klassen zweier Brandenburger Gesamtschulen.

„Evaluation des BLK-Modellversuchs zur Förderung von Selbstwirksamkeit"
(finanziert vom BMFT)

MitarbeiterInnen: Dipl.-Psych. Susanne Carmen Vaih und
Prof. Dr. Waldemar Mittag

Im Zuge der wissenschaftlichen Begleitung des BLK-Modellversuchs "Selbstwirksame Schulen" wurden längsschnittliche Evaluationsanalysen im Hinblick auf individuelle Entwicklungsförderung von Schülern und Lehrern (Verhaltensprävention) und Veränderungen struktureller Bedingungen der Institution Schule (Verhältnisprävention) durchgeführt.

„Entwicklungsprozesse bei Erwachsenen während der beruflichen Rehabilitation"
(in Kooperation mit dem Berufsförderungswerk Berlin)

Mitarbeiterin: Dipl.-Psych. Iris Pfeiffer

In der Längsschnittstudie wurden Teilnehmer an einer Umschulung im Rahmen beruflicher Rehabilitation über zwei Jahre begleitet im Hinblick auf psycho-emotionale, soziale, gesundheitliche sowie weitere lern- und leistungsrelevante Entwicklungen, die für den Erfolg der Rehabilitationsmaßnahme bedeutsam sind. Daraus wurden im Rahmen von Organisationsberatung Interventionshinweise für eine effektivere Gestaltung der Rehabilitationsmaßnahmen abgeleitet.


 


Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie und Gesundheitspsychologie der Humboldt-Universität zu Berlin
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