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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Abteilung Grundschulpädagogik & Gemeinsame Kommission

Kurzprofil der Freinet-Druckwerkstatt

des LB Deutsch/Grundschulpädagogik der Humboldt-Universität zu Berlin

Freinet-Druckwerkstatt

Humboldt-Universität zu Berlin

Institut für Erziehungswissenschaften

Grundschulpädagogik mit dem Schwerpunkt Lernbereich Deutsch

 

 

 

 

Das pädagogische Konzept des französischen Reformpädagogen Célestin Freinet (1896 – 1966) ermöglicht für die universitäre Ausbildung von Grundschullehrer/innen die Verknüpfung von erziehungswissenschaftlichen, fachdidaktischen und fachwissenschaftlichen Perspektiven sowie die Verzahnung von Theorie und Praxis. Insbesondere im Kontext des gegenwärtigen Diskurses um schulische Inklusion werden neue Ansprüche an Lehrerbildung und Schulentwicklung gestellt. Zu ihrer Einlösung kann die Reflexion der Pädagogik Freinets beitragen. Denn im Zentrum seiner Pädagogik stehen individualisiertes und kooperatives Lernen verschieden kompetenter Kinder in ihrer sozialen Gruppe. Um bereits in der ersten Phase der Lehrerbildung einen Zugang zur Freinet-Pädagogik im Überschneidungsbereich zwischen Allgemeiner Grundschulpädagogik und der Didaktik des Lernbereichs Deutsch zu eröffnen, haben die Studierenden der Grundschulpädagogik die Möglichkeit, die Pädagogik Freinets und die Schuldruckerei kennenzulernen.

 

  1. Angebote für Kinder, Studierende, Referendar/innen und Grundschullehrer/innen

 

Studierenden und Lehrenden steht in unserem Institut eine Freinet-Druckwerkstatt als Ort des Lehrens und Lernens offen. Hier existieren umfassende Möglichkeiten, das pädagogische Konzept Freinets kennenzulernen und eigene pädagogische Angebote für Kinder zu entwickeln. Während der Öffnungszeiten beantworten studentische sowie wissenschaftliche Mitarbeiter/innen Fragen rund um das Drucken und die Freinet-Pädagogik. Außerdem werden die folgenden Arbeitsformate angeboten:

 

  • In der wöchentlichen freien Öffnungszeit können die Handbibliothek sowie das Druckarchiv (Druckerzeugnisse aus der eigenen Produktion sowie aus anderen Druckwerkstätten) eingesehen werden. Hier steht auch eine stets sich erweiternde Sammlung an gedruckten didaktischen Materialien zur Verfügung, die ausprobiert, reflektiert und weiterentwickelt werden können. Außerdem sind erste Erfahrungen mit der Technik des Buchdrucks möglich und eigene Druckvorhaben können geplant und realisiert werden.
  • Für Studierende in den Lehramtsstudiengängen finden semesterbegleitende Workshops statt (in denen ein Druckzertifikat erworben wird, das als Studienleistung für ausgewählte Lehrveranstaltungen angerechnet werden kann). Eine Anmeldung erfolgt bei Frau Kerstin Fellinger (kerstin.fellinger@gmail.com).
  • Die Freinet-Druckwerkstatt ist kontinuierlich in die Lehre eingebunden. Die Studierenden können im Rahmen von ausgewählten Lehrveranstaltungen verschiedene Drucktechniken erlernen, über Schriftsprache und deren Erwerb reflektieren; für sich selbst und mit Kindern Erfahrungen zum freien Schreiben und zum freien Ausdruck sammeln und didaktische Materialien entwickeln sowie.
  • Im Rahmen eines langfristig angelegten Kooperationsprojektes mit einer Berliner Grundschule arbeiten Studierende und Kinder jeweils für die Dauer eines Semesters in einem Sprachförderprojekt zusammen. Sie erlernen die Technik des Druckens nach Freinet und realisieren gemeinsame Vorhaben. Dieses Projekt hat eine doppelte Zielstellung: Es bietet Kindern sprachliche Lerngelegenheiten sowie die Ausdifferenzierung ihrer sprachlichen Kompetenzen außerhalb von Schule - und es ermöglicht Studierenden den Aufbau spezifischer pädagogischer Handlungskompetenzen und bietet intensive Praxiserfahrungen in einer komplexen vorbereiteten Lernumgebung.
  • In eintägigen Angeboten können Referendar/innen und Lehrer/innen erste Erfahrungen mit der Schuldruckerei sammeln. Diese eintägigen Angebote waren wiederholt Anlass für Schulen innerhalb und außerhalb Berlins, eine eigene Druckerei einzurichten. Mit diesen Schulen befinden wir uns im fachlich-pädagogischen Austausch.

Diese Angebote für Kinder, Studierende, Referendar/innen und Grundschullehrer/innen werden – ebenso wie das Konzept der Freinet-Druckwerkstatt fortlaufend weiterentwickelt.

  1. Angebote zur wissenschaftlichen Qualifikation und Forschungsperspektiven

 

Die Druckwerkstatt bietet die folgenden Möglichkeiten der wissenschaftlichen Qualifikation für Studierende und Lehrende:

 

  • Im Kontext der Freinet-Druckwerkstatt entstehen kontinuierlich Bachelor- und Masterarbeiten, die der Freinet-Pädagogik bzw. der Schuldruckerei gewidmet sind.
  • Zwischen dem Bereich Grundschulpädagogik mit dem Schwerpunkt Lernbereich Deutsch und der 1935 von Célestin Freinet in Vence (Südfrankreich) gegründeten Schule besteht eine wissenschaftliche Kooperation mit dem Ziel, die Arbeitstechniken und die Prinzipien der Freinet-Pädagogik in die gegenwärtigen fachdidaktischen und pädagogischen Diskurse einzubringen.
  • Die in der Druckwerkstatt tätigen Mitarbeiter/innen veröffentlichen Erfahrungen und Ergebnisse der Werkstattarbeit in einschlägigen fachdidaktischen Publikationen.
  • Gegenwärtig steht im Mittelpunkt des empirischen Interesses die Frage, ob und inwiefern verschieden kompetente Kinder im Prozess des Druckens ihre kognitive Klarheit über Struktur und Funktion von Schrift ausdifferenzieren können.

 

  1. Ressourcen und Finanzierung

In die Werkstattarbeit sind die Mitarbeiter/innen des Bereiches Grundschulpädagogik mit dem Schwerpunkt Lernbereich Deutsch eingebunden. Hier hat auch die uns zur Verfügung stehende Studentische Mitarbeiterin ihren Arbeitsschwerpunkt. Die Sachkosten können zu Teilen aus Haushaltsmitteln getragen werden. Außerdem gewährleisten Mehr- und ehrenamtliche Arbeit sowie Sach- und Materialspenden den fortlaufenden Werkstattbetrieb und seine konzeptionelle Weiterentwicklung.

 

  1. Kontakt

Die Freinet-Druckwerkstatt befindet sich im Institut für Erziehungswissenschaften am Standort Geschwister-Scholl-Straße 7 (Berlin Mitte) im Raum 326. In der Vorlesungszeit ist sie jeden Mittwoch in der Zeit zwischen 10 und 14 Uhr geöffnet. An anderen Wochentagen wird sie für Druckvorhaben im Rahmen regulärer Lehrveranstaltungen genutzt. Die Anmeldung zu diesen studienbegleitenden Druckvorhaben erfolgt in den betreffenden Lehrveranstaltungen. Für die vorlesungsfreie Zeit werden gesonderte Öffnungszeiten bekanntgegeben.

 

Ansprechpartnerinnen:

kerstin.fellinger@gmail.com

emmanuelle.rabussiere@hu-berlin.de

ada.sasse@hu-berlin.de