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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Sachunterrichtsdidaktik

Konzeption

lw_konzeption_bearbeitet-1

Detlef Pech/Christina Krumbacher, September 2008 

Vorab

Die Skizze folgt dem Gedanken, dass die Struktur der Werkstattarbeit mit Studierenden in der Universität und mit Kindern in der Grundschule sich nicht grundsätzlich unterscheidet – allerdings in der Menge und der Qualität der Erfahrungen auf die die Lernenden zurückgreifen können.  

 

Ia Ausgangspunkt: Phänomen

  1. Was ist zu sehen? (Beschreiben, Beobachten)
  2. Was passiert? (Probieren, Erkunden)
  3. Warum passiert das? (Vermuten)
  4. Wie bekomme ich heraus, warum das passiert? (Planen)

Ib Ausgangspunkt: Erkenntnisweise

  1. Welche Möglichkeiten gibt es, etwas herauszufinden? (Beschreiben)
  2. Was kann ich z.B. mit Beobachten herausfinden und was nicht? (Probieren, Erkunden, Vermuten)
  3. Warum muss ich mir Gedanken machen, wie ich versuche etwas herauszufinden? (Begründen)
  4. Wie kann ich meine Entscheidung für eine Möglichkeit umsetzen? (Planen)

Ic Ausgangspunkt: Subjekt

  1. Was führt mich zu meiner Frage? (Beschreiben)
  2. Wie kann ich meiner Frage nachgehen? (Probieren, Erkunden)
  3. Warum ist mir meine Frage wichtig? (Begründen)
  4. Wie kann ich es angehen, meine Frage zu beantworten? (Planen)


II Erkundung

  1. Welche Schritte helfen, meine Vermutungen zu bestätigen/Fragen zu beantworten? (Recherchieren, Diskutieren)
  2. Welche alternativen Schritte sind möglich? (Vergleichen, Messen, Befragen)
  3. Welche Erklärungen lassen sich formulieren? (Begründen, Konstruieren)


III Ergebnis

  1. Was habe ich herausgefunden? (Dokumentieren)
  2. Was kann ich als Ergebnis darstellen? (Präsentieren, Gestalten)
  3. Warum halte ich mein Ergebnis für überzeugend? (Sich positionieren)


IV Ergänzung für die Arbeit mit Studierenden
(Die Ergänzung ist nur dann sinnvoll, wenn diese Aspekte nicht bereits im Arbeitsprozess und der eigenen Positionierung thematisiert wurden.)

  1. Welches (fach-)wissenschaftliche Modell liefert mir eine Deutung für die Frage/das Phänomen, mit dem ich mich beschäftigt habe? (Recherchieren)
  2. Was unterscheidet meine Deutung von dem wissenschaftlichen Modell? (Vergleichen)
  3. Welche Konsequenzen ziehe ich aus der Kenntnis des wissenschaftlichen Modells? (Sich positionieren)

 
Grundsätze

  • Kein Präjudizieren wissenschaftlicher Methoden
  • Eigene Wege zu Deutungen/Modellen finden – mit Begleitung
  • Verständigung in Gruppen – Dialog und Kommunikation als Validierung


Ziel ist es, eine plausible Deutung zu entwickeln, die begründet und gegen Einwände verteidigt werden kann bzw. ggf. verändert wird– zunächst nicht zwangsläufig eine fachlich korrekte Deutung.
 

Offene Fragen

  • Wie könnte Lernwerkstattarbeit mit sozialwissenschaftlichem Schwerpunkt aussehen?
  • Prüfungen und Lernwerkstattarbeit?
  • Forschungsfragen aus und für die Arbeit in Lernwerkstätten

 

Literatur

Pech, Detlef; Rauterberg, Marcus: Auf den Umgang kommt es an. "Umgangsweisen" als Ausgangspunkt einer Strukturierung des Sachunterrichts - Skizze eines "Bildungsrahmens Sachlernen" (=5. beiheft von www.widerstreit-sachunterricht.de). Frankfurt a.M./Berlin 2008