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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Lehrbereich Historische Bildungsforschung

Forschung

Forschungsprofil

 

Mein akademischer Weg zur Historischen Bildungsforschung verlief gewissermaßen über Umwege. Im Laufe meines Magisterstudiums habe ich mich zunächst insbesondere mit politischen, sozioökonomischen wie kulturellen Wandlungsprozessen in historischer wie aktueller Perspektive auseinandergesetzt. Innerhalb dieses allgemeineren Kontextes entwickelten sich spezifische Forschungsinteressen hinsichtlich kolonialer Herrschaftssysteme, im Bereich der Internationalen Beziehungen (insbesondere mit Blick auf die Entwicklungspolitische Zusammenarbeit) sowie gerade auch ein spezielles Interesse an der Analyse sozialdemokratischer und wohlfahrtsstaatlicher Modelle in historisch wie regional (mit einem besonderen Fokus auf Entwicklungen auf dem lateinamerikanischen Subkontinent) vergleichender Perspektive.

Hierbei reizen mich in exemplarischer Form für entsprechend vorgelagerte gesellschaftliche Prozesse der Konstituierung gesellschaftlicher "Hegemonie" gerade auch die politischen wie sozioökonomischen Bedingungen und Aushandlungsmechanismen der Entstehung und Konsolidierung sozialdemokratischer Modelle wie wohlfahrtsstaatlicher Mechanismen, gemeinhin also den Entstehungsformen eines „sozialen Pakts“.

Innerhalb dieses Forschungsschwerpunktes besitzen bildungspolitische Fragestellungen für mich eine besondere analytische Attraktivität und Relevanz, da sie unter Anderem Hinweise auf  gesellschaftliche Normvorstellungen oder die jeweiligen Konzeptionen des Staatsbürgers liefern können. Darüber hinaus werden bildungspolitischen Problemstellungen sowie den Institutionen der Schule (und des Unterrichts) eine – je nach Perspektive unterschiedlich akzentuierte – zentrale Rolle hinsichtlich eines für die Zukunft intendierten Entwicklungspfades beigemessen. Die Erforschung dieser zentralen Institution und die Analyse ihrer Entwicklungsstränge sowie ihrer gerade auch unter emanzipatorischen Gesichtspunkten unterschiedlichen Bewegungsgesetze und der mit ihr assoziierten Erfahrungswelten, Aushandlungsprozesse oder Legitimationsdiskurse versprechen demnach vielfältigste Erklärungsmuster für gesellschaftliche Entwicklungsprozesse.

In diesem Sinne stellt insbesondere auch die Analyse von Prozessen der ideologischen Strukturierung von Schulpolitik in der Konstituieungsphase des staatlichen Massenschulwesens im 19. Jahrhundert einen reizvollen Untersuchungsgegenstand dar, welcher den Hintergrund meines aktuellen Dissertationsvorhabens darstellt

 

Thematische Schwerpunkte

 

  • Internationale Beziehungen und Entwicklungspolitische Zusammenarbeit
  • Kolonialismus, insbesondere mit Blick auf das spanische Kolonialsystem
  • Politische Systeme und Entwicklungen Lateinamerikas
  • Sozialdemokratische Modelle und wohlfahrtsstaatliche Regime im Vergleich
  • Geschichte Spaniens, Entwicklungen der spanischen Elementarschule und der entsprechenden Unterrichtsorganisation im 19. Jahrhundert
  • Ideologische Strukturierung schulpolitischer Prozesse, insbesondere in der Zeit der Konstituierung und Etablierung des staatlichen Massenschulwesens im Liberalismus des 19. Jahrhundert

Aktuelle Projekte

 

  • Mitarbeit innerhalb des DFG-Forschungsprojekts „Entstehung und Steuerung ‚gemischter‘  unterrichtsorganisatorischer Normen im Transfervergleich (Spanien, Irland, Indien, ca. 1840-1900)“ (zusammen mit Judith Kutter und Maria Moritz unter der Leitung von Prof. Dr. Marcelo Caruso)
  • Dissertationsprojekt: "Gelehrter Eklektizismus"? Ideologische und philosophische Strukturierung schulpolitisch-unterrichtsorganisatorischer Normen in Spanien (2. Hälfte des 19. Jahrhunderts)