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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Erziehungswissenschaften

DFG-Projekt ETiK II

DFG-Projekt ETiK (I & II) Entwicklung eines Testinstrumentes zu einer didaktisch und bildungstheoretisch ausgewiesenen Erfassung moralischer Kompetenzen, bezogen auf den Ethik-Unterricht an öffentlichen Schulen

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft in ihr Förderprogramm aufgenommene Projekt versteht sich als ein interdisziplinärer Beitrag zu einer bildungstheoretisch, fachdidaktisch  und empirisch ausgewiesenen Bildungsforschung.

 

 

Zusammenfassung der Forschungsanträge für ETiK I & II

 

 

Das Vorhaben entwickelt, über die bisher in PISA erfassten und vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB Berlin) bearbeiteten Fächer hinausgehend, ein Kompetenzmodell für den Ethik- bzw. LER-Unterricht (EU) an öffentlichen Schulen. Es unterscheidet - im Anschluss an das DFG-Projekt RU-Bi-Qua und dessen Fortsetzung KERK - die im EU zu erwerbenden Kompetenzen im Rahmen einer dreidimensionalen Modellierung in die folgenden, als komplementär anzusehenden Teilkompetenzen:

 

 

 

(II) moralische Urteilskompetenz

(III) moralische Handlungskompetenz

bestimmende und reflektierende moralische Urteilskompetenz

selbständige Stellungnahme zu moralischen Entscheidungsproblemen

(I) moralische Grundkenntnisse

 

Abb.1: Tableau moralisch-ethischer Kompetenz in ihren Teilkompetenzen

 

  

Die Forschungstätigkeit gliedert sich in zwei Phasen: In der ersten Phase (ETiK I, 2008-2010) konzentrierte sich die Projektarbeit auf die theoretische Modellierung moralisch-ethischer Kompetenzen, deren Überführung in Testaufgaben für die Jahrgangsstufen 9/10 sowie erste Prepilotierungen. Die zweite Phase (ETiK II, 2011-2013) zielt insbesondere auf die empirische Validierung des Modells und seine Ausdifferenzierung in bildungstheoretisch, fachdidaktisch wie empirisch begründete Niveaustufen.

 

Die Testaufgaben zur Erfassung ...

-  moralischer Grundkenntnisse thematisieren in curricularer Anbindung elementare Begriffe im Bereich ethisch-moralischer Wissensformen und Denkmodelle.

-  moralischer Urteilskompetenz fokussieren die Reflexion und Beurteilung moralischer Urteilsprobleme, differenziert nach Anforderungen bestimmender und reflektierender Urteilskraft.

-  moralischer Handlungskompetenz heben auf moralische Problembearbeitungssituationen ab. Moralische Handlungskompetenz schließt nicht bereits die Fähigkeit ein, in bestimmten Situationen tatsächlich moralisch zu handeln.

 

Die Testaufgaben wurden in curricularer Anbindung auf der Grundlage zentraler Inhaltsbereiche des moralischen Urteilens und Handelns (innere Freiheit, Bildung von Interessen, die zu einem vielseitigen Motivationshorizont führen, Wohlwollen, Recht und Billigkeit) konzipiert. Sie beziehen sich in allen drei Dimensionen auf die Auseinandersetzung mit vorgegebenen eigenen, fremden oder öffentlichen Moralen; zugleich werden Unterscheidungen und Querbezüge zwischen moralischen, ökonomischen, politischen und anderen Handlungsformen reflektiert.

 

 

In der zweiten Projektphase wird u. a. der Frage nachgegangen, ob sich für alle drei Bereiche bildungstheoretisch ausgewiesene, didaktisch relevante und empirisch valide Niveaustufen ausweisen und optimal in einem ein-, zwei- oder dreidimensionalen Modell ordnen lassen (faktorielle Validität). Ferner sollen Zusammenhänge zwischen moralischer Kompetenz und Lesekompetenz sowie zwischen im Ethikunterricht und im Religionsunterricht erworbenen Kompetenzen geklärt werden (kriteriale Validität).