Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Mobilität

Zentrale Botschaften

 

Die Pilotstudie: Internationale ProfessorInnen in Berlin und Hessen

  1. Zum ersten Mal ist es durch die Förderung vom BMBF möglich geworden, die Gruppe der „Internationalen ProfessorInnen“ auf einer breiten Datenbasis empirisch zu untersuchen. Zur Zielgruppe gehören alle hauptberuflichen ProfessorInnen, die nach dem Mikrozensus (2005) einen Migrationshintergrund besitzen. Der Begriff „Internationale ProfessorInnen“ wurde aufgrund des Selbstverständnisses der Befragten und dem damit verbundenen besseren Feldzugang gewählt. Internationale ProfessorInnen können somit sowohl ausländische als auch deutsche ProfessorInnen mit Migrationshintergrund sein.
  1. Die Zielgruppe ist in ihrer Gesamtgröße bisher nicht bekannt. Die Hochschulpersonalstatistik umfasst lediglich die Ausländer unter den ProfessorInnen. Der Anteil der ausländischen ProfessorInnen beträgt deutschlandweit 6 %. Mikrozensus schätzt den Gesamtanteil mit knapp 12 %. An Hochschulen in Berlin und Hessen sind 406 ausländische ProfessorInnen tätig. Nach Erhebungen in dieser Studie kann die Zahl aller internationalen ProfessorInnen etwa doppelt so hoch geschätzt werden und liegt somit bei ca. 800 Personen.
  2. Auf dieser Grundlage konnte ein für Professorenbefragungen hoher Rücklauf von 25 % erreicht werden.

 

Wer sind die „Internationalen ProfessorInnen“?

  1. Es handelt sich um eine in ihrer Quantität wachsende und in ihrer Bedeutung zunehmend wichtiger werdende Gruppe. 75 % der befragten internationalen ProfessorInnen wurden in den letzten zehn Jahren in ihre jetzige Professur berufen, 25 % in den davor liegenden 14 Jahren. Es kann also angenommen werden, dass die Öffnungs- und Internationalisierungspolitik an Hochschulen Wirkung zeigt.
  1. 34 % der internationalen ProfessorInnen sind Frauen - weit mehr als an deutschen Hochschulen üblich. Die internationalen ProfessorInnen sind mit durchschnittlich 49 Jahren zwei Jahre jünger und stammen häufiger aus akademischen Elternhäusern (64 %).
  2. Genau die Hälfte der internationalen ProfessorInnen hat die deutsche Staatsangehörigkeit und jede/r Fünfte (21%) ist bereits in Deutschland geboren.
  1. In etwa jede/r vierte internationale ProfessorIn spricht zwei Muttersprachen (26 %) und besitzt zwei Staatsangehörigkeiten (22 %). Internationale ProfessorInnen sind deutlich  mobiler. Sie haben häufiger in mehreren Staaten die Schule besucht (27 %), studiert (33 %) und gearbeitet (73 %).
  2. Mehr als jede/r dritte internationale ProfessorIn ist entweder in Deutschland geboren oder als Kind nach Deutschland eingewandert und hat eine deutsche Hochschulzugangsberechtigung (36 %), in etwa jede/r vierte ProfessorIn ist zum Studium oder zur Promotion nach Deutschland gekommen, ist AbsolventIn einer deutschen  Hochschule. 40 % der ProfessorInnen sind in der Post-Doc-Phase oder durch einen Ruf an eine deutsche Hochschule gewechselt.
  3. Internationale ProfessorInnen stammen größtenteils aus Europa (80 %) und dort aus den deutschsprachigen Nachbarländern (23 %). Diese Konzentration könnte ein Zeichen sein, dass inzwischen der Europäische Hochschulraum gut funktioniert. Dass die sprachliche und kulturelle Nähe zwischen den Staaten den wissenschaftlichen Austausch fördere – z.B. wie in dieser Studie zwischen Österreich, Schweiz und Deutschland -, zeigen auch andere Studien.

Agenten der Internationalisierung von Hochschulen

  1. Die Internationalen ProfessorInnen verfügen über ein besonderes „internationales   kulturelles Kapital“: Sie fördern intensiv den internationalen wissenschaftlichen Nachwuchs; ihre Forschungsaktivitäten sind internationaler ausgerichtet; sie publizieren häufiger im Ausland und mit WissenschaftlerInnen, die im Ausland tätig sind, haben mehr „fremdsprachige“ Publikationen; sie verfügen in höherem Maße über internationale Netzwerke und sind häufiger an internationalen Hochschulkooperationen beteiligt. So agieren die internationalen ProfessorInnen als „Agenten“ der Internationalisierung an deutschen Hochschulen.

 

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