Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼
  Zielgruppenmenü

Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Lehrbereich Historische Bildungsforschung

Humboldt-Universität zu Berlin | Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät | Institut für Erziehungswissenschaften | Lehrbereich Historische Bildungsforschung | Forschung | Abstracts | Pädagogisch. Emergenz, Durchsetzung, Varianz und Transformation eines modernen Begriffsfeldes (deutsche Staaten, ca. 1750-1850)

Pädagogisch. Emergenz, Durchsetzung, Varianz und Transformation eines modernen Begriffsfeldes (deutsche Staaten, ca. 1750-1850)

(DFG-Projekt geleitet durch Marcelo Caruso)

 

Projektbeschreibung

Hauptanliegen dieser begriffsgeschichtlichen Untersuchung liegt in der Analyse der Emergenz, der Durchsetzung sowie der Varianz und Transformation des Adjektivs "pädagogisch" in der sogenannten Sattelzeit. Während begriffsgeschichtliche Vorhaben in der Regel Substantive zu ihren Gegenständen machen, wird in diesem Projekt das Adjektiv für eine Analyse von Erfahrungs- und Erwartungshorizonte (v.a. innerhalb der deutschsprachigen Erziehungspublizistik) zentral sein, da - so die Unterstellung - "pädagogisch", als qualifizierendes Adjektiv, eine nicht zu unterschätzende Rolle im fachbezogenen wie wissenschaftlichen Austausch und damit in der Konturierung von Sinnhorizonten in den Bereichen der Erziehung und Bildung darstellt. Die Forschungsziele lassen sich in folgende Fragen überführen: Seit wann wurde die Bezeichnung "pädagogisch" für die Kategoriesierung von spezifischen Handlungen und Materialien genutzt (Emergenz)? Wurde "pädagogisch" dabei mit zunehmender Intensität eingesetzt und hat es möglicherweise andere Bezeichnungen ersetzt (Durchsetzung)? Des Weiteren soll untersucht werden, ob der Begriff in den institutionell ausdifferenzierten pädagogischen Feldern (insbesondere den niederen und höheren Schulen) unterschiedliche Sachverhalte bezeichnete und quantitativ signifikant intensiver bzw. weniger intensiv Verwendung fand (Varianz). Lassen sich darüber hinaus neue Prägungen des Begriffes finden oder zeichnet sich "pädagogisch" durch eine relativ hohe semantische Beständigkeit aus (Transformation)? Zudem ist mit diesem Projekt beabsichtigt, einen historiographischen Beitrag zur Erforschung der Historizität von Begriffen zu leisten, deren Bedeutungsfeld nicht durch Substantive erfasst wird. 

Methodologisch ist das Projekt an das Modell von Lüsebrink (1988) angelehnt, da die Untersuchung des Begriffsfeldes auf der Auswertung mehrerer Ebenen (lexikalisch, semantisch, intermedial, interdiskursiv und soziokulturell) basiert, die kombiniert werden mit einer Begriffs- und Diskursgeschichte. Dies soll die Erfassung der komplexen Beziehungen zwischen Wörtern, Begriffen und diskursiv vermittelten Sachverhalten ermöglichen. Die einzelnen Analyseebenen erfordern dabei mindestens zwei Schritte. Es bedarf in einem notwendigen ersten Schritt einer Erstellung einer explorativ erarbeiteten Liste von Wörtern/Begriffen, die im Zusammenhang mit der Charakterisierung von "pädagogisch"  Verwendung finden. Darauf aufbauend kann dann der gewählte Korpus anhand dieser Liste durchsucht und umfassend codiert und analysiert werden. Für die breit angelegte quantitative Erfassung und qualitative Forschung werden OCR-fähige Digitalisate relevanter Fachzeitschriften aus der sogenannten Sattelzeit genutzt. 

 

Projektfinanzierung

Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

 

Projektleitung

Prof. Dr. Marcelo Caruso

 

Projektteam

Wissenschaftliche MitarbeiterInnen: Daniel Przygoda

Studentische MitarbeiterInnen: Ronja Dierks, Jan Uredat