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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Abteilung Grundschulpädagogik & Gemeinsame Kommission

Fachtagung Lesen und Schreiben

 

 

 

 

HUMBOLDT-UNIVERSITÄT ZU BERLIN

Institut für Erziehungswissenschaften

Abteilung Grundschulpädagogik

 mit dem Schwerpunkt Lernbereich Deutsch

 

 

 

 

Einladung zur Fachtagung

Lesen und Schreiben – analog und digital

im 21.Jahrhundert

 

Humboldt Universität Berlin, 7. – 8. September 2018

 

Die Abteilung Grundschulpädagogik mit dem Schwerpunkt Lernbereich Deutsch veranstaltet gemeinsam mit anderen Organisationen (DGLS, Grundschulverband, Duden Institute) eine Fachtagung, zu der wir herzlich einladen möchten.

 

Hier finden Sie Einzelheiten zu Programm und Abstracts:

Freitag, 07.09.2018

Auditorium im Grimm-Zentrum, Geschwister-Scholl-Straße 1-3, 10117 Berlin

14-15 Uhr Ankommen, Begrüßung mit Kaffee und kalten Getränken

15-17.30 Uhr Plenarvorträge

Prof. Dr. Renate Valtin (HU Berlin): Nach IGLU - was sind die Herausforderungen für die Grundschule?

 IGLU 2016 ist die fünfte internationale Erhebung seit 2001 zu Leseleistungen und häuslichen und schulischen Merkmalen, welche die Lesekompetenz beeinflussen. Diese Studie hat besorgniserregende Zahlen zu Lesekompetenz, Motivation und Leseverhalten sowie zur Abhängigkeit der Schulleistung von der sozialen Herkunft erbracht. Im Vortrag werden lesedidaktische und schulorganisatorische Folgerungen auf der Grundlage eines europäischen Rahmenkonzepts für gute Leseförderung dargestellt.

Prof. Dr. Petra Anders (FU Berlin): Digital lesen und gestalten im Deutschunterricht

Betrachtet man die Deutschdidaktik als eingreifende Kulturwissenschaft (Kepser 2013), dann hat sie auch die Aufgabe, sich mit dem kulturellen Wandel auseinanderzusetzen, der durch digitale Medien ausgelöst wird. Petra Anders skizziert Merkmale der sogenannten Partizipationskultur (Jenkins 2009) sowie der Kultur der Digitalität (Stalder 2016) und leitet daraus Anforderungen und Potentiale für den Deutschunterricht ab. Auf der Grundlage der Creative Learning Spiral (Resnick 2017) zeigt sie beispielhaft, wie Kinder im Sinne einer Partizipationskultur vom User zum Maker werden und das Programmieren (z.B. Scratch, Calliope) mit dem Lesen, Gestalten und Interpretieren von Texten verbunden werden kann.

 

Samstag, 08.09.2018

9.00-9.45 Uhr Plenarvortrag, Auditorium im Grimm-Zentrum, Geschwister-Scholl-Straße 1-3, 10117 Berlin

Prof. Dr. Jeanette Hoffmann (TU Dresden): Analoges Lesen und Sehen, Schreiben und Zeichnen in digitalen Zeiten –Partizipationsspielräume zur Aneignung grafisch erzählter Geschichten

„Ich bin keine Leseratte, wenn‘s nur Schrift ist.“ Dieses Zitat eines zehnjährigen Jungen, auf dem Bett liegend und vertieft in die Lektüre eines Comics, zeigt die Bedeutung von multimodalen Erzählweisen analoger Medien für Heranwachsende in einer digitalisierten Welt auf. Bilderbücher und grafische Romane ermöglichen einen Zugang zu Geschichten in einem Zusammenspiel von Bild und Text, die aufs Engste miteinander verflochten sind. Durch die multimodale Erzählweise bieten sie Kindern einer in verschiedener Hinsicht heterogenen Schülerschaft (Alter, Geschlecht, Sozialstatus, Sprache etc.) mit ihren vielfältigen Rezeptionserfahrungen unterschiedliche Anknüpfungspunkte. Im Vortrag wird nach einem Überblick über den Forschungsstand ein Einblick gegeben in Rezeptionsanalysen aus der Studie Erzählen in Texten und Bildern – Graphic Novels im Deutschunterricht.

10 – 13 Uhr, Seminarräume in der Dorotheenstraße 24

Arbeitsgruppen zu drei Themenschwerpunkten

 *Inklusion und Partizipation*

Prof. Dr. Ada Sasse (HU Berlin): Lesen und Schreiben im inklusiven Deutschunterricht

 

Madlen Schmitz (Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule Berlin-Charlottenburg), Ulla Widmer-Rockstroh (Grundschulverband): Aufbau von selbstverantwortlichen Lese- und Schreibstrategien in inklusiven und heterogenen Lerngruppen

Die Referentinnen stellen Praxisbeispiele aus einer JÜL-Klasse 1-3 einer Gemeinschaftsschule vor. Die Methode bietet den Lehrkräften ein Handwerkszeug, das die Organisation und Unterstützung individueller Lernwege beim Schriftspracherwerb für die Lernenden erleichtert und strukturiert. Weiterhin werden ritualisierte Schreibanlässe vorgestellt, die bereits am nächsten Tag im Unterricht Umsetzung finden können.

*Analoge Medien*

Dr. Astrid Schröder (Duden Institute für Lerntherapie): Mit Erfolg lesen und schreiben lernen - von Anfang an!

Immer mehr Schulen suchen sich Kooperationen mit externen Partnern, um die Herausforderungen besser bewältigen zu können, die bei der Entwicklung eines inklusiven Schulsystems entstehen. Im Kurzvortrag werden Erfahrungen aus einem Schulprojekt der Duden Institute für Lerntherapie in Berlin vorgestellt. Dieses Projekt hatte das Ziel, Schülerinnen und Schüler in der Schulanfangsphase beim Erwerb des Lesens und Schreibens so zu unterstützen, dass Lernschwierigkeiten verhindert bzw. so frühzeitig erkannt werden, dass etwaige Schwierigkeiten bereits im Anfangsstadium überwunden werden können. In der Arbeitsgruppe werden das Konzept des Projekts sowie Materialien und Übungsaufgaben vorgestellt. Videosequenzen illustrieren das Vorgehen.

*Digitale Medien*

Renate Buschmann & Jochen Arlt (Referenten der Deutschen Schulakademie): Ob analog oder digital - die Förderung der Lernkompetenz und individuell herausfordernde Aufgaben bleiben der Dreh- und Angelpunkt

Im Zentrum von Unterrichtsentwicklung steht die Frage "Was macht das Lernen für jeden Einzelnen nachhaltig wirksam?" Die Referenten gehen davon aus, dass die Wirksamkeit nicht durch das eingesetzte Medium - analog oder digital - entschieden wird, sondern durch das Handeln der Lehrkraft, durch deren fachdidaktische und methodische Kompetenz. Beides steht im Mittelpunkt der Pädagogischen Werkstatt 'Lernen - individuell und gemeinsam' der Deutschen Schulakademie. Die Referenten werden die Ziele und die inhaltlichen Schwerpunkte dieser Werkstatt vorstellen, durch Praxisbeispiele veranschaulichen und mit der Frage verknüpfen, wieweit digitale Medien diese Arbeit wirksam unterstützen und befördern können.

Marleen Dudjahn (Duden Institute für Lerntherapie): Workshop zu Apps und Lernspielen, die in der Arbeit mit Kindern mit einer LRS eingesetzt werden können

Die Digitalisierung hat auch in den Bereich der Förderung und Therapie mit lese-rechtschreibschwachen Schülerinnen und Schülern Einzug gehalten. Für Lehrkräfte und Eltern ist das Angebot inzwischen kaum noch zu überschauen und die Qualität der einzelnen Programme schwer einzuordnen. Für die betroffenen Kinder können die richtigen Angebote jedoch durchaus hilfreich und motivierend sein. In der Arbeitsgruppe sollen verschiedene Programme und Apps vorgestellt und deren Einsatzmöglichkeiten diskutiert werden.

Gabriele Ribis (Leopold-Franzens-Universität Innsbruck): Überfliegen und lesen – Eine quasi-experimentelle Studie zur Effektivität eines Lern-Lesestrategietrainings an Tiroler Neuen Mittelschulen

Der Bildungsauftrag der Schule umfasst die explizite Vermittlung und das kontinuierliche Training von Lern-Lesestrategien. Empirisch wird untersucht, inwieweit ein informatorisches und explizites Lern-Lesestrategietraining für expositorische Texte einem Unterricht ohne den Einsatz dieser Strategien hinsichtlich (1) Lesegeschwindigkeit auf lokaler Ebene, (2) Arbeitseffizienz auf globaler Ebene sowie (3) Textverständnis auf lokaler und globaler Ebene überlegen ist. Weitere untersuchte Variablen auf die Leseleistung sind (A) Leistungshintergrund der SuS (B) das Bildungsniveau der Eltern, (C) Migrationshintergrund der SuS (D) Geschlecht sowie (E) Lesehäufigkeit.

Yves Furer (PH Zürich): Weil’s leichter von der Hand geht: Bessere Texte dank dem Handy

Die Zukunft des Schreibens wird auch davon abhängen, mithilfe welcher Schreibmedien Texte zustande kommen. Schon heute manifestieren sich erste Muster zu einem Bruch von außerschulischer, digitaler Alltagspraxis von Schülerinnen und Schülern und schulischem Schreiben per Hand. Es stellt sich also die Frage, ob das täglich geübte Tippen auf dem Handy als alternatives Verschriftungsmedium in der Schule zukünftig genutzt werden könnte. Um diese Frage zu klären, bearbeiteten 120 Schweizer Schüler*innen in zwei randomisierten Gruppen die gleiche Schreibaufgabe: die eine Gruppe mit Stift und Papier, die andere mit ihren Handys. Die Ergebnisse sprechen vorsichtig für eine Überlegenheit des Schreibens mit dem Handy. Der Vortrag stellt neben der Aufgabe und der Auswertung in sein Zentrum, wie mithilfe kommunikativer Aufgaben in Verbindung das Schreiben im 21. Jahrhundert gefördert werden kann.

13 – 14 Uhr - Mittagspause

14 – 15 Uhr

Digitale Projekte an Berliner Schulen (u.a. Nico Wirtz und Jugendliche des John-Lennon-Gymnasiums)

 

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei. Wir erbitten aber eine formlose Anmeldung bei Erika Huth  (erikahuth@gmx.de), die Ihnen genauere Angaben über evt. Raumänderungen schreiben wird.  Bitte geben Sie auch an, ob Sie an beiden Tagen teilnehmen werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Ada Sasse und Prof. Dr. Renate Valtin (i.R.)