Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Allgemeine Erziehungswissenschaft

Projekt

 

Klassenraum, Lernraum, Erfahrungsraum - Phänomenologische Skizzen zur räumlich-zeitlichen Entfaltung schulischen Lernens und Lehrens (2018-2021)

 

Vor dem Hintergrund des in Berlin anlaufenden Schulneubaus werden die räumlich-zeitlichen Wirkungen der Schule als "Baukörper" mit ihren Beschaffenheiten, Formungen, Grenzen auf das Lernen und Lehren untersucht. "Stimmungen" von Lernräumen allgemeinbildender Schulen werden beschrieben, ebenso ihr Einfluss auf die alltägliche "Atmosphäre".

 

Die Sozialmatrix des Funktionssystems Bildungswesen und insbesondere der einzelnen Schule entfaltet und erstreckt sich als Beziehungs- und Bedeutungsgeflecht um gegenständlich-körperliche Gegebenheiten und Erscheinungen - Gebäude, Einrichtungen, Lernmittel (Artefakte) - ebenso wie um nicht-gegenständliche - also Gesetze (Schulpflicht!), Rahmenpläne, Werthaltungen. Sie beeinflusst wechselwirkend das Verhalten und Handeln der Lernenden und Lehrenden (über Strukturierungen, Restriktionen, Identifikationen, ...)

 

In der größten Stadt Deutschlands gibt es Schulbauten in unterschiedlichsten Erhaltungs- und Nutzungszuständen aus der Kaiserzeit, der Weimarer Zeit, der Zeit der Teilung Berlins, zunehmend auch wieder Neubauten. Um Schulbau künftige Bedarfe abbilden zu lassen, sind zukunftsfähige und lebensweltnahe Vorstellungen über das Lernen und Lehren erforderlich.

 

250-300 Jahre nach Einführung der allgemeinen Schulpflicht in den meisten Gebieten des heutigen Deutschland ist es somit lohnenswert zu untersuchen, wie

 

- sich raumzeitliche Beziehungen von Akteur(inn)en und Artefakten, von Leib und Baukörper in der Schule vollziehen,

 

- die Konstitution (Konstruktion? Produktion?) des gesellschaftlichen "Raums" in Schulen hinsichtlich ihrer Mechanismen, Muster und anderer Phänomene geschieht oder

 

- schulische Lernumgebungen in umgebende städtische Lebenswelten eingebunden sind, mit ihnen wechselwirken und sich mit ihnen verändern.

 

Die Arbeit - an 3-4 Schulstandorten verschiedener Bauepochen und Schularten - soll zu einer Sozialtheorie des Lernens und Lehrens, aber auch einer bisher nur ansatzweise vorhandenen Theorie von Schule beitragen.